Bühne frei fürs Team: Was Tierärzt:innen von Clueso lernen können
- Lisa-Marie Petersen
- 27. Juli
- 2 Min. Lesezeit

Es ist Sonntagabend. Ich bin müde, der Hals kratzt, mein Kopf schreit nach Urlaub – oder wahlweise nach Sofa. Stattdessen steht das Clueso-Konzert an. Mein Freund hat mir das Ticket zu Weihnachten geschenkt. Wir sind spät dran und schleppen uns in die Location. Schön hier, zugegeben. Ein bunt gemischter Haufen nippt vorfreudig an den Getränken.
Trommelwirbel! Clueso betritt die Bühne, singt los, grinst und zeigt gleich, wie schön er es findet, uns alle zu sehen. Nette Worte findet er auch für sein Team:
„Begrüßt mir die weltbeste Band! Mit ihr ist jeder Abend ein Traum. Wir sind Harmonie!“
Wertschätzung. Persönlichkeit. Den Menschen zeigen, dass sie wichtig sind.
All das macht Clueso mit links. Er bringt einen Haufen steifer Schwaben erst zum Wippen, dann zum Hüpfen und schließlich zum Toben – und das soll schon etwas heißen. Er wickelt alle mit seinem Schalk und seiner Authentizität um den Finger. Ich blicke in viele grinsende Gesichter und merke, dass ich selbst längst mitgrinse.
Den ganzen Abend wird er nicht müde, sein Team zu feiern. Auch wenn er ganz klar der Frontmann ist, für den die Menschen gekommen sind, gewährt er jedem Musiker und jeder Musikerin einen besonderen Moment. Einen Moment, in dem sie im Mittelpunkt stehen dürfen und für ihr Können gefeiert werden. Zwischendurch teilt er persönliche Geschichten mit uns, auch Struggles. Er gibt uns Learnings mit, die seine Werte zeigen. All das macht ihn nahbar und sympathisch. Weil er trotz seinem großen Erfolg mit den gleichen Dingen kämpft wie wir alle: Unsicherheit, (Liebes)kummer, Eifersucht, Tiefs.
Was das mit Tiermedizin zu tun hat?
Müssen Tierärzte nun Rockstars werden? Nein. Und dennoch werden vermutlich diejenigen besonders erfolgreich sein, die ihren Kund:innen und Mitarbeitenden vermitteln:
Ich interessiere mich für euch. Ich höre euch zu. Und ich sehe, was ihr beizutragen habt.
Auch leitende Tierärzt:innen sind oft die Frontfrauen und Frontmänner, wegen derer Menschen in eine Praxis kommen. Und dennoch dürfen sie ihren Mitarbeitenden eine Bühne bieten. Sie dürfen sagen: Ihr könnt etwas richtig, richtig gut. Vielleicht sogar besser als ich. Und ich bin stolz darauf, so fähige Menschen in meinem Team zu wissen. Und: sie dürfen zu Fehler stehen, eigene Grenzen kommunizieren. Ein "dafür hole ich meine Kollegin dazu" oder "Ich werde sie nun überweisen" macht sie nicht zu unfähigen Tierärzten, im Gegenteil. Kund:innen werden dankbar sein, Kolleg:innen können sich mit dem/der nahbaren Chef:in identifizieren.
Denn gute Zusammenarbeit bedeutet nicht, dass eine Person alles können oder allein im Mittelpunkt stehen muss. Sie bedeutet, dass Menschen sich ergänzen, einander Raum geben und gemeinsam etwas schaffen, das keine:r von ihnen allein erreichen könnte.
So entsteht Harmonie und gute Stimmung. Nicht nur auf der Bühne, sondern auch in einer richtig guten Tierarztpraxis. Dort, wo Führungskräfte nicht alles selbst machen müssen, sondern ihren Mitarbeitenden zutrauen, Verantwortung zu übernehmen. Wo Stärken gesehen, Leistungen benannt und Menschen nicht nur als Angestellte, sondern als wichtiger Teil des Ganzen behandelt werden.
Genau darum geht es im Feelgoodmanagement: um nachhaltige Personal- und Kulturentwicklung, die im Alltag spürbar wird. Mit Feelgoodvets begleite ich Tierarztpraxen dabei, ihre Mitarbeitenden zu stärken, gute Zusammenarbeit zu fördern und eine Kultur zu schaffen, in der Menschen bleiben möchten.
Ihr kämpft mit Unzufriedenheiten im Team, ständiger Personalsuche oder ständigen Krankschreibungen?Gerne mache in einen Praxischeck für die Bereiche Arbeitskultur und Personal. kontakt@feelgoodvets.de

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