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Hass wird nie die Antwort sein.



Ein Kommentar ist schnell geschrieben, doch die Auswirkungen dauern oft lang an oder sind gar nicht zu reparieren. Bild erstellt mit KI.
Ein Kommentar ist schnell geschrieben, doch die Auswirkungen dauern oft lang an oder sind gar nicht zu reparieren. Bild erstellt mit KI.

Gerade stürmt es wieder im Internet. Ein Orkan aus Hass und Hetze, aus dem Zusammenhang gerissenen Geschichten und Emotionen, die überkochen. Die Zielscheibe dieses Shitstorms: eine große Tierklinik.


Hier werden Tiermediziner:innen wieder zu Hackfleisch verarbeitet – für ihre vermeintliche Unfähigkeit und Herzlosigkeit, für ihre Geldgier und vieles mehr. Ein Kommentar ist schnell geschrieben, ein Herzchen schnell gesetzt. Über 60.000 Likes gibt es bereits für den Hass gegen die Kolleg:innen.


Was die Wutbürger im Internet dabei vergessen: Tierärzt:innen sind auch Menschen. Menschen, die Fehler machen. Menschen mit Gefühlen. Menschen mit einem Leben, das nach dem Dienst in der Klinik weitergeht. Menschen, die dazugehören wollen, weil das ein Grundbedürfnis ist, das uns alle eint. Menschen, die jeden Tag ihr Bestes geben, um Tieren zu helfen.


Ein Kommentar ist schnell geschrieben, eine Story schnell gedreht. Doch die Auswirkungen dieser Hetze haben einen langen Atem. Sie machen kaputt, was sich nicht so schnell wieder reparieren lässt.


Im Studium lernen wir nicht, wie wir mit solchen Situationen umgehen. Wie wir auf Shitstorms reagieren oder unseren Selbstwert wieder aufrichten, wenn ihn Hunderttausende Menschen im Internet davongefegt haben. Stattdessen fühlen wir Scham und Ohnmacht, stellen uns selbst infrage und gewinnen Distanz zu einem Beruf, den wir eigentlich lieben.


Zu wem gehen wir? Mit wem sprechen wir darüber? Dafür gibt es oft niemanden. Also ziehen wir uns zurück – allein mit unserer Ohnmacht und unserem Perfektionismus.


Und genau hier beginnt die Frage nach People & Culture: Welche Strukturen haben wir eigentlich geschaffen, um Menschen in solchen Momenten aufzufangen?


Hass kann Menschenleben kosten – und das nicht nur, wenn ein Verrückter mit einem Auto in eine Menschenmenge fährt. Auch Worte können verletzen, krank machen und Menschen in die Verzweiflung treiben.


Ich bin traurig. Aber ich bin auch angespornt, etwas zu verändern.

 
 
 

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